Verhaltensforschung Uni Bielefeld

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 Dirk Petzold, Diplombiologe

Ethologentagung   
1996
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Verhaltensökologie der Australischen Schwimmratte
Eco-ethology of the Australian Water Rat

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Etho 1996
Der Zoofreund

 Abstract zum Poster auf der DEG 1996 in Groningen


Augen zu und durch - Futtersuche mit Vibrissen bei der Australischen Schwimmratte

 Schwimmratten (Hydromys chrysogaster) sind durch Stromlinienform, Schwimmhäute und wasserdichtes Fell an die Erbeutung von Fischen und Krebstieren angepaßt. Über den Einsatz der Sinnesorgane dabei ist bislang wenig bekannt.

 In einem Tauchbecken wurden Fisch- und Garnelenstücke bzw. Mehlwürmer gleichmäßig auf dem kiesbedeckten Boden verteilt. Zudem wurde Futter in verschiedenfarbige bzw. unterschiedlich große Plastikklammern geklemmt, um verschiedene optische und taktile Reize zu bieten.

 Bei jedem Tauchgang erbeuten die Schwimmratten nur ein Futterstück und kehren danach zum Fressen zur Oberfläche zurück. Beim Tauchen werden Augen und Nasenlöcher geschlossen. Die zahlreichen Vibrissen an den Schnauzenseiten sind weit abgespreizt und werden mit lateralen Kopfbewegungen über den Bodengrund geführt. Während der Vorwärtsbewegung tastet das Tier so in zwei Dimensionen, ohne daß die Vibrissen selbst bewegt werden. Diese Kombination aus Mechanoperzeption und Kinästhesie kann die Genauigkeit der taktilen Leistung erhöhen.

 Fischstücke werden besser gefunden als Garnelen und Mehlwürmer, die eine dem Kies ähnliche feste Oberfläche besitzen. Futterstücke werden nie gezielt angeschwommen, sondern erst nach Berührung mit den Vibrissen gefunden; dies gilt auch für die Klammern, obwohl diese von der Oberfläche gut sichtbar sind. Leere Klammern werden genauso häufig entdeckt wie mit Futter versehene, was gegen olfaktorische Orientierung spricht. Futterstücke werden in allen Bodenbereichen gleich häufig gefunden.

 Die Tiere verwenden keinerlei Fernsinnesorgane zum Aufspüren von Beute, sie verlassen sich auf das Tastvermögen des Vibrissenapparates. Da sie so nur lokal begrenzte Informationen über das Futterangebot erhalten, haben sie keinen Überblick über die Futtersituation und müssen eine Suche mit zufälligen Futterfunden betreiben. Dies ermöglicht es, zeitabhängige Futtersuchstrategien zu untersuchen.


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