Verhaltensforschung Uni Bielefeld

 Department of Animal Behaviour, University of Bielefeld, Germany

Home

 English Water Rat Pages

 Dirk Petzold, Diplombiologe

Verbreitung &  
Lebensraum
VHF_LOGO

Kontakt

home

Verhaltensökologie der Australischen Schwimmratte
Eco-ethology of the Australian Water Rat

Schwimmratten
Doktorarbeit
Abstammung
Systematik
Verbreitung
Reproduktion
Morphologie
Feldstudie
Bilder Freiland

Verbreitung, Unterarten und Lebensraum

Die Australische Schwimmratte ist in Australien weit verbreitet, insbesondere im klimatisch feuchteren Ostteil des Kontinents. Zwar konnten sich lokale, teilweise deutlich unterscheidbare Varianten entwickeln, vermutlich aufgrund der Isolierung durch trockene Gebiete und geographischen Barrieren. Heute ist man sich aber weitgehend einig, daß auf dem Australischen Kontinent nur eine einzige Art, Hydromys chrysogaster, in zahlreichen Unterarten vorkommt (Watts & Aslin 1981, Covacevich & Easton 1994, Strahan 1995, Flannery 1995). Die heutige Unterscheidung der Unterarten bezieht sich historisch fast vollständig auf die unterschiedliche Färbung des Fells. Eine Tendenz ist die zunehmende Größe der Formen von Süd nach Nord. Die folgende Zusammenstellung der Unterarten folgt weitgehend Walton (1988).

Verbreitung der Schwimmratten-Unterarten, kombiniert aus Watts & Aslin 1981, Dieterlen 1988, Covacevich & Easton 1994, Triggs 1996, ergänzt durch die Wildlife-Atlanten von QLD, NSW, VIC.

be = H. c. beccarii
ca = H. c. caurinus
ch = H. c. chrysogaster
fu = H. c. fuliginosus

fl = H. c. fulvolavatus
gr = H. c. grootensis
lo = H. c. longmani
lu = H. c. lutrillis

me = H. c. melicertes
mo = H. c. moae
re = H. c. reginaensis
la = H. c. lawnensis

  • Hydromys c. chrysogaster - Eastern Water Rat - dunkelbrauner Rücken und  gelbliches Bauchfell, kommt auf Tasmanien, in Victoria und im Inland von New South Wales vor, im Murray-Darling-Einzugsgebiet. Dies ist die Unterart, an der fast alle wissenschaftlichen Untersuchungen stattfanden.
  • Hydromys c. lutrillis. An den Küsten von New South Wales herrscht eine oberseits eher grau, unterseits mehr weißlichgrau gefärbte Form vor.
  • Hydromys c. reginae ist die an den Küsten Nord-Queensland vorkommende Unterart mit dunkelgrauem Fell, beschrieben hauptsächlich aus der Gegend um Townsville.
  • Hydromys c. longmani Thomas 1923 - Atherton Water Rat - ist eine fast schwarz gefärbte Unterart mit eher orangefarbenem Bauchbereich, beschränkt auf das Gebiet der Atherton Tablelands in Nord-Queensland.
  • Hydromys c. lawnensis  - Lawn Hill Water Rat -, benannt nach dem Fundort Lawn Hill Station, lebt am Golf von Carpentaria.
  • Hydromys c. caurinus - North-West Water Rat - bewohnt in Nordwestaustralien das Gebiet der Kimberleys.
  • Hydromys c. fuliginosus  - Sooty Water Rat - aus dem südlichen West-Australien zwischen Perth und Esperance ist fast einheitlich schwarzbraun gefärbt.
  • Hydromys c. fulvolavatus mit goldbraun-orangegelber Färbung kommt in Südaustralien am Unterlauf des Murray, der angrenzenden Coorong-Halbinsel und in Adelaide vor.

Darüber hinaus gibt es eine Anzahl lokaler Unterarten, die die zu Australien gehörenden Inseln der Arafura-See, des Golfs von Carpentaria und der Timorsee bewohnen. Zwei weitere Unterarten leben außerhalb Australiens: Als H. c. esox wird die im Flachland Neuguineas vorkommende Unterart bezeichnet. Auf den südwestlich davon liegenden Aru-Inseln lebt H. c. nauticus.

Schwimmratten leben sowohl in der tropischen wie auch in der subtropischen und der gemäßigten Klimazone. Dabei besiedeln sie generell alle Lebensräume, die ihnen Wasser bieten, von Salzmarschen bis zu Sümpfen, Steh- und Fließgewässern (Walton 1988). Sogar von Inseln in Meeresbuchten (Deece 1999) und Stränden gibt es Berichte (Ride 1970). Sie kommen an Bächen in dichten Wäldern ebenso vor wie in offenen Ebenen (Covacevich & Easton 1994), von Seehöhe bis auf 1500 m üNN (Seebeck 1995). Als Kulturfolger nutzen sie auch Gewässer in direkter Nähe menschlicher Ansiedlungen.
Schwimmratten sind weit verbreitet, doch in naturbelassenen Habitaten nirgends häufig.  Schwimmratten nutzen ihren Lebensraum nicht gleichmäßig. Stets bleiben sie in direkter Nähe zum Wasser; ein dauernder oder regelmäßiger Aufenthalt auch nur wenige Meter vom Wasser entfernt wird an keiner Stelle berichtet. Schwimmrattenpopulationen mit hohen Dichten sind bislang fast ausschließlich aus direkt oder indirekt vom Menschen beeinflußter Umgebung berichtet worden, hingegen nur wenige Tiere entlang von naturbelassenen Flüssen und in dünn vom Menschen besiedelten Bereichen. Entlang von Bächen und Flüssen sollen sie häufig, jedoch in sehr geringer Dichte auftreten (z. B. Gardner & Serena 1995a).

Schwimmratten zeigen eine hohe Flexibilität und Opportunität in der Anpassung an örtliche Gegebenheiten. Es gibt aber nahezu keine verläßlichen Angaben aus unbeeinflußten Gebieten wie Nationalparks. Eine Untersuchung verschiedener naturnaher Lebensräume, insbesondere in Nationalparks, kann daher möglicherweise wesentlich mehr über das ursprüngliche, unbeeinflußte Verhalten und damit über die Faktoren aussagen, die Verhaltensmuster und Anpassungen der Schwimmratte geformt haben. Das weite natürliche Vorkommensgebiet von den Tropen bis in gemäßigte Zonen läßt große Unterschiede in den örtlichen Gegebenheiten und damit ganz unterschiedliche Strategien zur Nahrungssuche erwarten, so daß ein Survey, der vergleichbare Angaben aus Gebieten über mehreren Breitengrade hinweg sammelt, hier großen Erkenntnisgewinn verspricht.

Webseiten der Universität: Uni Bielefeld,Fakultät für Biologie,Verhaltensforschung

Dirk Petzold
Haberstraße 14
D-33613 Bielefeld, Germany
Tel.: +521-162075-2
Kontakt

Hinweis: dies sind keine offiziellen Seiten der Uni Bielefeld, sondern wurden privat erstellt

© Copyright
& Disclaimer

Zuletzt aktualisiert Januar 2005